Warum? Ja warum wollte Björn diese Dinge aufschreiben?

Rache? Ein ganz entschiedenes Nein. Denn dafür hat Amalie schon selbst gesorgt. Mit der Entscheidung für Ihren Chef-Arzt. Es zeigt sich doch schon lange. Sehr viele Bekannte und Freunde von Björn, die auch Amalie kennen und nun mal gesehen haben, fragen Björn: "Hör mal, was ist denn mit deiner Ex los? Ich denke die ist jetzt glücklich! Solch einen verbiesterten, unzufriedenen Gesichtsausdruck und Blick hab ich ja noch nie bei ihr gesehen. Wer glücklich ist, der sieht mit Sicherheit anders aus. Und dann diese langen Zottelhaare. Das sieht ja ätzend aus." Dann entgegnet Björn nur: "Jeder ist seines Glückes Schmied. Und das mit den Haaren macht sie nur wegen ihm. Wird aber nichts nutzen. Ihr werdet es sehen, sie wird eine alte, arme und ganz einsame Frau werden."

Und genau das hat Björn von Anfang an gewußt. Wenn die schönen Tage vorbei sind und der Alltag einkehrt, wird bei solch einem Lebenswandel und dieser Lebenseinstellung die Zunkunft sicher lustig werden. Und er hofft inständig, dass die Beiden so lange wie möglich aneinander festhalten. Dies aus der Ferne zu sehen, wie sie sich gegenseitig aufreiben, ist für Björn Rache genug. Denn mit Sicherheit hat Amalie jetzt schon festgestellt, dass ihr Chef-Arzt nur im Geist eine OP durchführt.

Warum schreibt es Björn denn sonst? Ganz einfach. Björn hat ein sehr sehr tiefes Tal durchschritten. Er war wirklich seelisch manchmal tot. Er hätte auch nie geglaubt, sich jemals so fertig zu fühlen. Oft benötigte er auch ärztliche Hilfe, weil der Druck und diese verdammte Ungewissheit einfach zu groß waren. Urlaub, abschalten, dass kam wegen der Kinder nicht in Frage. Mit anderen Menschen darüber zu reden, hat er auch nicht häufig getan. Er hat jedoch einiges über das Seelenleben bei Trennungen gelesen. Interessante Dinge, wie der Ein oder Andere darüber hinweggekommen ist. Und einige haben ihr Erlebtes aufgeschrieben. Und das war auch das, was Björn nach Abschluß der Geschichte mal tun wollte. Einfach mal einiges von dem was er erlebt hat, aufschreiben. Und zusätzlich will er damit erreichen, dass jeder der ihn fragt, wie war es, wie ist das Verfahren verlaufen, kannst du das Haus halten usw., sagen kann: "Lest es einfach nach. Lest einen kleinen Teil von dem was ich erlebt habe. Ihr habt von der anderen Seite viel erzählt bekommen, hier könnt ihr die Wahrheit lesen. Und dieser Hinweis wird jeder von Björn bekommen, der ihn danach fragt. Denn er will einfach nicht über diese Sch...... reden. Er hat die Nase gestrichen voll. Er will jetzt nur noch leben. Nur noch für seine Kinder und für sich da sein.

Eines hat sich Björn aber nicht nehmen lassen. Er hat seiner Schwägerin Maria, Amalies "Freundin???", die blindlings alles von Amalie glaubt und die unliebsamen Dinge einfach nicht hören will, einen Brief geschrieben. Mit einigen Fakten von Amalie. Auch wenn sie es nicht hören will. Und eins weis Björn auch. Sie wird den Brief lesen. Sie wird ihn nicht ungelesen vernichten. Denn sie will ja wissen und sich bestätigt fühlen, diesen bescheuerten Schwager so bekämpft zu haben. Soll sie in ihrem Irrglauben bleiben. Es juckt Björn nicht im Geringsten. Er wollte es ihr nur einfach mal schreiben. Auch eine Art von Abschluß.

Es gab sehr viele schlimme Zeiten. Björn vergleicht es mit zwei gläsernen Fahrstühlen. Er war in dem Einen, Amalie und Anhang in dem Anderen. Björn fuhr im Eiltempo nach unten, sah die Anderen nach wie vor da wo sie schon waren oder noch höher fahrend. Immer wieder dachte er, er wäre in der untersten Etage angekommen. Das war aber erst zu dem Zeitpunkt, als man ihm alles wegnehmen wollte und die besagte Grenze überschritten hatte. Dies hätten sie nicht tun dürfen. Björn hätte sich mit der Trennung abgefunden, auch das Amalie ihn mit allem allein gelassen hat und nichts mehr von den Kindern wissen wollte. Man hätte es friedlich regeln können, wie Björn es immer und immer wieder vorgeschlagen hätte. Doch nun schaute Björn nicht mehr nach oben zu dem anderen Fahrstuhl, sondern vor sich und sah den  Schalter STOP. Und den drückte er zu dem Zeitpunkt der Grenzüberschreitung. Und nun wollte er mit aller Macht wieder nach oben fahren. Und das tat er auch. Es war ein unglaublich geiles Gefühl zu wissen, irgendwann bist du wieder da wo die Anderen sind. Es kam viel viel schneller, als Björn beahnt hatte. Nicht weil er schon oben war! Nein, die Anderen waren auf dem Weg nach unten! Und das Gefühl war noch bzw. ist noch viel schöner. Denn diese egoistischen, nur an sich denkenden, über Andere rotzenden Kreaturen, erlebten einen Tiefschlag nach dem Anderen. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht! Wie hatte Björn seiner Schwägerin geschrieben "Willkommen in der Realität". Wie überrascht sie doch waren, dass das Leben ganz anders aussehen kann und schneller vorbei sein kann, als man denkt.

Stolz ist Björn auf sich, dass alles geschafft zu haben und auch weiterhin zu schaffen. Stolz auch darauf, bei der Wahrheit geblieben zu sein.

Wer jetzt denkt, Björn hält sich für fehlerfrei. Falsch!!!! Björn hat mit Sicherheit viele Fehler in der Ehe gemacht. Doch wer bitteschön macht die nicht. Und wenn man vorgeworfen bekommt, dass schlimmste in der Ehe wäre die Art des Autofahrens gewesen, da mag sich jeder ein Bild darüber machen, was Björn für ein furchtbarer Ehemann war. Und dann jetzt noch mit Worten das Erlebte zu verarbeiten! Schlimm dieser Björn.

Ganz im Gegenteil Amalie. Jede Beziehung durch Fremdgehen beendet, immer nur denkend "Aber ich will", noch nicht mal in der Lage, für die eigenen Kinder ein Kochrezept aufzuschreiben, für die Kinder Berge von abgelaufenen Lebensmitteln zu hinterlassen und dann noch versuchend, den Kindern ihre Wohnung weg zu nehmen. Das ist ein Leben, wo man den Hut vor ziehen muß. Oder?

Und jeder, der nun denkt, Björn habe nicht richtig gehandelt, dem wünscht Björn, dass er selbst mal so etwas durchlebt. Ganz schnell würde sich zeigen, wie die eigene Denkweise umschlägt. Und dann wird jeder ganz anders über diese Verarbeitung denken.

Björn und die Kinder leben ab jetzt!!!!!!!!!!!!!!!! Ein ganz großes DANKE an dieser Stelle an alle Bekannte und Freunde und an seinen  Geschäftspartner, die ihn haben nie fallengelassen. Ohne sie und vor allem seine Kinder, hätte es Björn nie geschafft.

D A N K E !