Die Scheidung war eingereicht und alles lief normal weiter. Björn zahlte nichts an Amalie und Amalie nichts an die Kinder, weil die Summen bis auf einige Euros fast gleich waren.

Viele Bekannte und Freunde, die sich in den letzten Jahren zurückgezogen hatten, sprachen nun Björn wieder an und fragten, wie es ihm geht. Sie waren froh, dass man sich mal wieder getroffen hatte und reden konnte, Björn freute dies ebenfalls. Da Björn am Wochenende nicht gerne allein zu Hause war, ging er zum Tanzen. Und sehr schnell lernte er viele neue, sehr nette Menschen kennen. Er nahm am Tanzkursen teil und nach kurzer Zeit half er schon aus, wenn bei einem Kurzs ein Tanzpartner fehlte (sicher, weil er laut Amalie so schlecht tanzen konnte!) Und jedes Mal stellte Björn fest, dass alle mit ihm sehr gut auskamen. Eine gänzlich andere, neue Erfahrung, weil Amalie ja etwas komplett anderes behauptet hatte. Und nun ging es Björn um so besser.

Zufällig lernte Björn in den Monaten nach dem Auszug von Amalie, auch ehemalige Partner von ihr kennen. Und als er eine bestimmte Geschichte von ihr hörte, wusste er sofort, hätte er diese Geschichte zu Beginn der Beziehung gekannt, hätte er mit absoluter Sicherheit die Finger von dieser Frau gelassen. Denn diese Geschichte ist genauso schlimm und brutal, wie das, was Björn jetzt erleben musste. Aus Respekt zu den Personen, die diese Geschichte unabhängig voneinander Björn erzählten, verzichtet er hier auf die Schilderung dieser hässlichen "Urlaubsgeschichte". Es spiegelt aber den Charakter dieser Kreatur in aller Deutlichkeit wieder. Und sie hat sich nicht geändert. Sie hat es nur 15 Jahre, seit Aufzeichnungsbeginn in ihrem Beschwerdeheft, in einer schauspielerhaften Glanzrolle überspielt. Wie sagte ein Ex zu Björn: "Als ich gehört habe, dass sie Zwillinge bekommt, wusste ich sofort, dass packt die nie! Das sie es aber noch 15 Jahre geschafft hat, dass hätte ich nicht gedacht." Aber Björn ist froh, dass er die Geschichte nicht kannte. Denn so hat er zwei tolle Jungs an seiner Seite. Das entschädigt für alles!

Björns Leben wurde immer schöner, er fühlte sich wohl unter den plötzlich vielen netten Menschen, zu denen er Kontakt hatte. Hinzu kam, dass Björn zusammen mit den  Kindern für Beide eine Lehrstelle bekommen hatte. Ein in der heutigen Zeit riesengroßes Glück, zumal die Beiden durch diese Trennungsgeschichte in der Schule, wie üblich in solchen Situationen, abgefallen waren. Hiermit war eine der größten Belastungen von Björn weggefallen. Denn die Scheidungsgeschichte würde ja sicherlich irgendwie geregelt werden, dachte er. Das es nicht einfach würde, war Björn klar. Denn er hatte in sehr vielen Gesprächen mit Amalie immer und immer wieder darum gebeten, dass man sich doch bitte friedlich einigen möge. Jeder solle seine Verpflichtungen in einen Topf werfen und der mehr zu leisten habe, solle dies tun. Und das war Björn und er hat immer wieder versichert, dies auch zu tun und beim Notar sogar festzuschreiben. Doch Amalie weigerte sich von Anfang an, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Selbst als einer der Söhne bei mehreren Gesprächen dabei war und sie aufforderte, diesen doch absolut fairen Vorschlag zuzustimmen, lehnte sie ab. Super von einer Mutter, dem eigenen Sohn zu sagen, ich zahle nichts für dich, will aber von deinem Vater Geld haben, was automatisch den Hausverkauf zur Folge hat. Der Sohn konnte dies alles logischerweise nicht verstehen. Die Gespräche wurden irgendwann so schlimm, als Amalie etwas sagte und 5 Minuten später genau das Gegenteil behauptete, dass Björn bei den Gesprächen immer ein Diktiergerät angeschaltet hatte. Auch ein Sohn hat diesen Geisteswirrwarr ab und zu mitbekommen und seine Mutter darauf hingewiesen, dass sie doch eben etwas ganz anderes gesagt habe. Keine Chance. Es war wie immer, nur einer hatte Recht. Sie sagte auch nicht, dass Björns Vorschlag unfair wäre, sie wollte eben nur nicht ihren Verpflichtungen nachkommen. Das Thema Geld wurde nun immer wichtiger. Denn wie Björn hörte, wurde bei dem neuen Traumpaar die Kohle knapp. Um dies zu ändern wurden jetzt nach und nach alle Register gezogen. Es begann erst auf der Chef-Arzt Seite. Dort wurde seine eigene Tochter zum Machtmittel mißbraucht. Amalie, die mit den eigenen Kindern nur noch wenig am Hut hatte kümmerte sich unglaublich liebevoll um die Kleine. Ihr konnte sie ja noch was vormachen. Denn wie Amalie über dieses Kind dachte, dass wusste Björn ganz genau. Jede Minute mit der Kleinen wird für Sie eine extreme Belastung gewesen sein. Vorgespielt hat sie ihrem Chef-Arzt natürlich etwas ganz anderes!

Der Kleinen wurde ihr Lieblingsessen gekocht (für die eigenen Kinder gab's ja noch nicht mal Rezepte!). Warum? Das Kind wollte das neue Traumpaar auf ihre Seite ziehen, um schnell der Noch-Ehefrau (und natürlich dem Kind) das Haus unterm Hintern weg zu verkaufen. Markler, Internet, alles wurde mobilisiert und zusätzlich die Kleine unter Druck gesetzt. Doch hier gab es noch Mutter-/Tochterliebe und die Tricks zogen nicht. Bei Amalie gab es diese Liebe nicht. Kontakt zu ihren Kindern gleich null. Nur zu Familienfeiern wurden die Kinder mitgeschleift. Es sollte ja die treusorgende Mutter gespielt werden! Eine reine Alibifunktion. Und alle Trottel sind logischerweise darauf reingefallen. In Wirklichkeit war sie froh, wenn sie die Kinder nach 2 Stunden zurückbringen konnte. Aber darüber war Björn auch froh. Hörten und sahen die Drei nichts von dieser Kreatur, ging es ihnen gut. Denn sonst wurden nur Lügen erzählt und gehetzt. Aber das kannten die Kinder schon zur Genüge und konnten damit umgehen.

Genauso wie mit der Schwägerin von Björn, Maria. Sie hatte einige Wochen nach Amalies Auszug die Kinder zum Essen eingelagen. Hatten sie früher häufiger gemacht, da die Beiden einen sehr guten Kotakt zu der Tocher Jamie hatten. Als sie dann bei ihr waren, meinte diese blöde Person den bescheuerten Satz sagen zu müssen: "Jetzt bekommt ihr endlich noch mal Hähnchenfleisch!" Die Kurzen, nicht doof, sagten sofort: "Wir essen oft Hähnchenfleisch!" Lieblingsschwägerin Maria verstummte. Primitiv.

Bis zur Scheidung wurden hier und da immer wieder einige völlig unsinnige Forderungen gestellt, die von Björn und Amalie schriftlich getroffenen Vereinbarungen jedoch komplett ignoriert. Dann kam der Tag der Scheidung. Wieder war Björn vorher sehr aufgeregt, als der Tag gekommen war, ruhig und froh, dass nun ein endgültiger Schlußstrich unter die 17 Jahre LÜGE gezogen wurde. 6 Minuten und alles war vorbei und Björn fühlte eine riesige Erleichterung.

Nach der Scheidung war natürlich eine andere finanzielle Situation eingetreten, die Amalie vollkommen ignorierte. Die Zahlungs-Verpflichtung von Björn viel weg, die von Amalie gegenüber der Kinder blieb natürlich bestehen! Björn hatte ja schon seitdem er wußte das Amalie auszieht, in unzähligen Gesprächen darum gebeten, alles friedlich zu regeln. Jeder kommt seinen Verpflichtungen nach und Amalie sollte von Björn die wesentlich höhere Summe, die er zu erbringen hatte, auch bekommen. Alles sollte selbstverständlich auch beim Notar schriftlich festgehalten werden. Ein sicher faier Vorschlag, besonders im Hinblick auf die Kinder, die zum Teil auch anwesend waren, wenn Björn mal wieder diesen Vorschlag machte. Und jedesmal die absolute Ablehnung von Amalie. Björn wollte, ja konnte darauf nicht verzichten. Denn nur so hatte er eine Chance, das Eigenheim zu behalten. Man muß sich halt, bevor man sich in irgendwelche Stellungen begibt, darüber im klaren sein, dass dies nicht von den natürlichen Verpflichtungen entbindet. Ein letzter Versuch brachte keinen Erfolg. Damit diese Verpflichtung nicht verjährte, mußte Björn den Nicht-Verzicht anmelden. Er bzw. sein Anwalt reichte Klage auf Zahlung ein. Da Björn jedoch die Gerichtskosten vorfinanzieren mußte, wurde das Verfahren nicht weiter verfolgt, hatte aber den Effekt, anzuzeigen, dass die Forderung bestehen bleibt. 

Diese ersten Monate bewältigte Björn mit links. Denn er hatte noch viel Power und glaubte, dass sich doch noch alles friedlich regeln liese. Doch da er einen engen Kontakt zu der Noch-Ehefrau vom Chefarzt hatte, kannte er auch diese Vorgänge ganz genau und merkte, dass die Aktionen wegen der fehlenden Kohle immer härter wurden. Natürlich waren alle bisherigen Versuche, dass Haus zu verkaufen, gescheitert. Es war niemand so dumm und wollte auch nur annähernd so viel bezahlen, wie dieser Traumtänzer haben wollte. Und bei den Gerichtsterminen vom Chef-Arzt, wo es um seine Zahlungsverpflichtungen ging und er mit allen möglichen Rechenspielchen versuchte, für sich das Beste heraus zu holen, kamen immer wieder Fakten auf den Gerichtstisch, die die Rechtsvertretung vom Chef-Arzt doch sehr erstaunen lies. Doch am Ende siegte jedesmal die Gerechtigkeit. Und so schwand zwar die Hoffnung von Björn auf eine gütliche Einigung doch die Hoffnung auf Gerechtigkeit blieb.

Und wie eiskalt diese Kreaturen (übrigens, kein Schimpfwort! Heißt Geschöpf. Läßt sich nicht abstreiten. Aber Mensch wäre total falsch! Eben, das Menschliche fehlt komplett!!!) sind, wird an zwei Beispielen deutlich. Die Trennung hat auch den Eltern von Björn schwer zugesetzt, denn sie haben für Amalie alles getan. Aber in ihren Augen waren sie nur noch bescheuert und schizophren! Und so geht sie auch mit geliebten/gehaßten Freundin Maria spazieren, genau dort wo Björn und seine Eltern wohnen. Zeigt den Charakter von Amalie und Maria, die sich bei so viel Heuchlerei den sonntäglichen Kirchgang sparen sollte. Denn sie denkt ja genau so. Björn spricht Amalie an und bittet, dass sie doch wo anders spazieren gehen möchten, es gäbe doch tausend Wege. Und wie immer: "Ich gehe da wo ich will. Was kann ich dafür, wenn deine bescheuerten Eltern damit nicht  klarkommen."(wortwörtlich!)

Zweites Beispiel: Die Noch-Ehefrau vom Chef-Arzt war nervlich total fertig. Dann wollte der Chef-Arzt noch Möbel aus dem Haus holen. Und wer hilft ihm dabei? Natürlich Amalie, als wäre es die normalste Sache der Welt. Das sagt eigentlich alles aus und man sollte sich eigentlich über nichts mehr wundern. Doch das wäre ein Fehler! Denn nun folgte der:

Endgültige Todes-Stoß

Plötzlich erhält Björn von der Rechtsvertretung von Amalie ein Schreiben, dass das Gutachten für das Haus ein Parteigutachten wäre, der Wert des Grundstücks ein Gefälligkeitsgutachten. Der Wert des Hauses sei laut Mandantin mindestens 70.000 € höher anzusetzen, dass sind ca. 140.000 DM!!! Genau zu diesem Zeitpunkt wurde bei Björn die Eingangs beschriebene Grenze überschritten. Jetzt wußte Björn, es wird ein Rosenkrieg allererster Güte, wie man ihn sonst nur im Fernsehen sieht. Jetzt erlebte er ihn selber. Es zählte nur noch Geld, die Kinder waren Amalie vollkommen egal. Sie wollte Kohle, auch wenn die Kinder auf der Straße stehen würden. Jetzt ging es für Björn nur noch nach dem Motto: Alles oder nichts! Er würde kämpfen mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. Und damit begann er umgehend. Nachdem er den Brief gelesen hatte, holte er sich ein großes Tuch, einen Farbtopf und einen Pinsel. Er schrieb darauf die unverschämte Forderung, dass er nun das Haus verkaufen will und hängte es für alle sichtbar an die Terasse. Denn jeder sollte jetzt die Wahrheit erfahren. Björn hatte schon von verschiedenen Menschen gehört, was für Lügengeschichten Amalie erzählte. Es war ihm egal. Doch jetzt nicht mehr. Es war unglaublich. Hätte Björn von jedem, der jetzt an seinem Haus vorbei spazieren ging oder vorbei fuhr nur 1 Euro genommen, es wäre einiges zusammen gekommen. Und das war gut so.

Einige Tage später ging Bjorn spazieren. Vor einem Haus saßen einige Menschen und genossen einen schönen Sommerabend. Ein Mann fragte Björn: "Warum hast du das Tuch aufgehangen? Was willst Du damit erreichen?" Eine Frau ergänzte: "Amalie hat überall erzählt, sie könne dies gar nicht verstehen, sie hätte noch nie etwas von dir gefortert!" Björn sagte nur: "Einen Moment bitte", ging nach Hause, holte das Schreiben mit dieser utopische Forderung, zeigte es und sagte: "Noch Fragen?" Der Mann sagte: "Es tut mir leid, dass wußte ich nicht, uns allen wurde etwas ganz anderes erzählt." Die Frau sagte ähnliches. Allen war nun klar, wer hier eine Lüge nach der anderen verbreitet und wer bei der Wahrheit bleibt.

Björn wehrte sich auf eine nicht alltägliche Weise. Aber er tratschte nicht rum und erzählte Lügen über Lügen wie Amalie. Und alle, die Björn fragten, bekamen ebenfalls ehrliche Antworten, ohne jedoch ins Detail zu gehen.

Maria, diese engstirnige Schwägerin von Björn meinte plötzlich, auch keifend über die Straße rufend, einen Kommentar abgeben zu müssen: "Du kannst wohl nie Ruhe geben, was?" Geradezu lächerlich dieser Spruch. Denn Björn wollte alles friedlich regeln, Amalie jedoch nie Das wollte Maria natürlich nicht sehen, klar. Ein Glückwunsch an die Kinder, eine solche Mutter zu haben. Denn wer diese Schweinereien für richtig hält, würde ja das Gleiche tun, oder?

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