Jetzt rechnete Björn eigentlich damit, wie es in solchen Fällen fast immer der Fall ist, dass sich Freunde, Bekannte und Verwandte in die beiden Lager verteilen. Freunde hatten Björn und Amalie ja nur Martin und Julia.  Und die wurden von Amalie so belogen (außerdem war es laut Amalie auch nie eine richtige Freundschaft) das sie dankend auf einen weiteren Kontakt mit Amalie verzichteten. Beim Tanz-Club hatten Amalie und der Chef-Arzt, schlau wie sie waren, ganz unabhängig voneinander anklingen lassen, dass sie gerne weitertanzen würden, wenn mal ein Partner des anderen Geschlechts da wäre. Welch ein Zufall. Als Björn sich im Tanz-Club abmelden wollte, wurde über die Situation gesprochen. Und was Björn fassungslos machte, weil er so etwas schon lange nicht mehr erlebt hatte, die Club-Mitglieder fragten Björn, ob er nicht als passives Mitglied dabei bleiben möchte und wenn sich eine Möglichkeit ergeben würde, auch wieder aktiv mitzutanzen. Auf die beiden Anderen würde man gerne verzichten. Björn sagte natürlich dankend JA, es war ein sehr schöner Beweis der Zuneigung.  Mit Amalies Schwester Carmen und ihrem Mann Gregor hatte Björn ja auch schon gesprochen. Beide sagten: "Du kannst immer zu uns kommen, wenn du möchtest." Jedoch als das mit dem Chef-Arzt raus war und Björn mit Carmen darüber sprach, merkte Björn schon, in welche Richtung es bei ihr gehen würde. Sie redete irgendetwas von Gefühlen die ja sicher da wären und auch eine Rolle spielen würden. Alles andere hätte Björn auch gewundert. Carmen hat ja selbst schon mal das Weite gesucht und war wieder zurückgekommen. Scheint in der Familie zu liegen. Und ihr Mann Gregor, mit dem Björn ein gutes Verhältnis hatte wie er dachte? Kein einziges Wort mehr von ihm. Selbst wenn er in einer ähnlichen Situation wie Björn leben sollte, man hätte sich mal unterhalten können. Aber sicher wieder ein Fehler von Björn. Er hätte sich melden müssen. Vielleicht dann, wenn gerade Amalie oder die Mutter bei ihnen waren. Lächerlich! Aber auf solche Menschen kann Björn verzichten. Sie sind es nicht wert! Ganz anders Amalies Bruder Eberhard und dessen Frau Rosi (Amalies Feindin) und deren Kinder. Zu ihnen hatte Björn schon immer ein ganz tolles Verhältnis und das ist auch nach wie vor so. Sie haben sich nicht auf die Seite von Björn gestellt. Nein! Sie sind einfach nur neutral. Und Amalies Mutter? Abhaken. Auch hier gilt der Spruch: Blut ist dicker wie Wasser, egal was das Familienmitglied gemacht hat. Björns Bruder Viktor, zu Hause total abgemeldet und seine Frau Maria, na klar. Voll auf der Seite von Amalie. Aber das Verhältnis war auch schon Jahre vorher auf Eis-Niveau. Warum? Na klar, weil Björn alles falsch gemacht hat! Ein Beispiel: Irgendwann, als Björn zu Hause war, hörte er ein lautes, langanhaltendes Quietschen eines Autoreifens. Er ging ans Fenster und sah, das die älteste Tochter von Maria aus dem Auto stieg und sich den Hinterreifen ansah. Björn ging hinaus und fragte, was los wäre. Sie sagte, dass Rad wäre fest. Björns Vater kam auch hinzu. Man konnte so nichts unternehmen und Björn sagte wortwörtlich: "Ich würde so nicht mehr fahren." Ergebnis? Die ganze Familie sprach kein  einziges Wort mehr mit Björn, die Tochter bis heute nicht. Aber das wundert niemanden bei dieser Hochnäsigkeit, die sie an den Tag legt. Aber auch diese Nase kommt wieder runter. Mannmuss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen! Björn warnt nur, aber es ist eine Totsünde. Was wäre denn gewesen, wenn Björn gesagte hätte, fahr doch einfach und sie hätte sich die blöde Rübe abgefahren? Dann wäre ja ein Lob die logische Reaktion gewesen! Krank, krank, krank! Nur die Tochter Jamie, die Simulantin laut Amalie, sprach und spricht nach wie vor mit Björn. Vollkommen neutral, wie Eberhard. Vor solchen Menschen kann man nur Achtung haben.

Da nun allen alles klar war, dachte Amalie, was soll's? Jetzt lebe ich mein Leben. Und so wurden die Treffen mit ihrem Chef-Arzt immer häufiger. Ein nicht mehr zu ertragender Zustand. Björn und die Kinder versuchten, die Zeit bis zum Auszug einigermaßen erträglich zu gestalten. Daher vereinbarten alle vier, dass Amalie am Wochenende sich mit Björn abwechselnd um die Kinder kümmern wollten. Es war jedoch nur eine Person, die diese Vereinbarung einhielt. Amalie nicht ein einziges mal!

Dann beging Björn etwas ganz schrecklich Schlimmes! Er hatte bisher mit dem Kochen nichts zu tun. War auch nicht sein Ding. Musste er aber jetzt lernen. Darum sagte er zu Amalie: "Bitte schreib mir doch mal einige der Rezepte auf, was die Kinder gerne essen, statt dich mit deinem Chef-Arzt Abends in die Büsche zu schlagen." Das hätte mal jemand erleben müssen, wie Amalie da austickte! Wie konnte Björn nur so etwas sagen? Ihr Verhalten war in ihren Augen vollkommen in Ordnung, aber solch eine Aussage von Björn, das war unmöglich! Björn erhielt nicht ein einziges Rezept. Wohlgemerkt für ihre eigenen Kinder. Nicht ein Einziges.

Der 3. Todes-Stoß

Als Amalie mal wieder mit ihrem Chef-Arzt auf Tour war, schoss Björn ein Gedanke durch den Kopf, der in so sehr erschrecken ließ, dass er fürchterlich zu weinen begann. Als Amalie spät Abends nach Hause kam, erzählte er ihr die Geschichte: "Weißt du, was ich heute ganz schreckliches gedacht habe? Wenn es doch jetzt an der Hautüre klingeln würde und ein Polizist würde dort stehen und sagen: Es tut mir leid, ihre Frau hat sich totgefahren!, dann wäre endlich endlich die schlimme Zeit vorbei. Dieser Gedanke hat mir sehr weh getan." Und was sagt Amalie mit einem ganz abfälligen, triumphierenden Lachen: "Was glaubst du wohl, wie oft ich mir das gewünscht habe?" Björn war nicht mehr in der Lage, irgend etwas zu sagen. Absolut nichts. Da hat sich seine Traumfrau, schon oft den Tod ihres Ehemanns und dem Vater ihrer Kinder gewünscht. Unglaublich, unglaublich! Aber Todes-Wünsche kennt Björn ja von ihr.

Da fiel ihm auch eine Situation ein, die 2 Jahre zurücklag. Björn hatte sich ein Muttermal entfernen lassen, dass leider bösartig war. Als Björn nach Hause kam und das Untersuchungsergebnis Amalie mitteilte, dass war für sie so interessant, als wenn Aldi ein Pfund Butter 1 Cent günstiger anbieten würde. Nun verstand er ihre damalige Reaktion. Ihr einziger Gedanke wird sicher gewesen sein, hoffentlich geht's schnell vorbei. Unfassbar.

Zwischenzeitlich hatten Björn und Amalie vereinbart, das Eigenheim schätzen zu lassen. Björn sprach mit der Bank, an wen man sich wenden könnte. Die Bank sagte, man habe einen eigenen unabhängigen, staatlich vereidigten Gutachter, der dies tun könne. Als der Gutachter kam, war Amalie plötzlich nicht mehr bereit, wie abgesprochen, die Hälfte der Kosten zu tragen. Nach einer Diskussion stimmte sie dann zu. Beim Rundgang durchs Haus schauten sich Björn und der Gutacher immer wieder fragend an, weil Amalie mit einer unglaublichen Aggression versuchte, durch Hinweise wie: "das war sehr teuer, dies ist noch sehr neu, dies hier müssen sie noch bewerten, dort ist noch etwas zu beachten", den Wert des Gutachtens nach oben zu treiben. Björn merkte, es wird von Tag zu Tag schmutziger und die Situation spitzt sich nun immer mehr zu. Plötzlich meine auch der Chef-Arzt, seinen Senf mal dazugeben zu müssen. Per eMail schrieb er lauter dummes Geschwafel mit so Sprüchen garniert wie: "Ich weiß gar nicht was du willst? Es ist doch nur eine Ehe die beendet wird. So etwas passiert doch tagtäglich!" Eine Aussage, die den Charakter dieser Kreatur wiederspiegelt.

Nun setzte Björn Amaie unter Druck und forderte sie auf, unverzüglich auszuziehen. Weil er ahnte, was auf ihn zukommen könnte, wurde über alles eine schriftliche Vereinbarung getroffen, die BEIDE unterschrieben! Aufteilung des Haushalts und sonstiger Gegenständen, Vereinbarungen der Kostenbeteiligung des Gutachten, Möbel die Amalie nicht gebrauchen konnte und Björn ihr abkaufte sowie der Abrechnung des gemeinsamen Bank-Kontos.

Eine Wohnung hatte Amalie schnell gefunden. Zufällig in der Nähe vom Chef-Arzt, der sich eine Wohnung in der Größe einer Hundehütte gemietet hatte. Amalies Wohnung war dagegen für 2 Personen geeignet. Natürlich war klar, was dies bedeuten würde. Offiziell getrennte Wohnungen, damit hier kein eheähnliches Verhältnis nachgesagt werden konnte, was finanzielle Nachteile gehabt hätte, inoffiziell ein gemeinsames Leben. Anständig der Kinder gegenüber, für die Beide eine Verpflichtung hatten! Und das Zusammenleben wurde Björn auch von einer Person bestätigt, die Björn kannte und zufällig auch in diesem Haus wohnte. Wie klein doch die Welt ist.

Der Tag des Auszugs kam, vor dem Björn große Angst hatte. An dem Tag war jedoch alles ganz anders. Die Auszugstruppe rückte an und Björn hatte keine Angst mehr. Nein, er bemerkte eine unglaubliche Erleichterung in sich. Endlich begann er wieder frei zu atmen, zu denken und mit seinem Leben und denen der Kinder einen besseren Weg zu gehen. Doch er war schwer, sehr schwer sogar. Denn nun merkte Björn erst mal, was Amalie in den letzten Jahren für Mauern zwischen Björn und den Kindern aufgebaut hatte. Die Kinder mussten nun damit klar kommen, dass die ach so gute Mutter kein Interesse an ihnen hatte und sie mit dem ach so schlechten Vater, der alles falsch gemacht hatte, von nun an zusammenleben mussten. Es waren viele viele Gespräche und auch Beweise notwendig, bis die Kinder endlich feststellen mussten, dass die Situation genau umgekehrt war. Die Mutter wollte ihr neues Liebesleben ohne sie leben und der Vater wäre für sie gestorben. Diese Erkenntnis tat sicherlich weh. Aber danach hatten alle Drei ein sehr sehr gutes Verhältnis zueinander. Natürlich mit all den Problemen, die eben in diesem Alter auftreten.

Auch beim Auszug von Amalie wurde Björns Meinung, dass sie krank ist, weil sie mit sich und der Welt nicht klarkommt, wieder bestätigt. Alles was an ihre Vergangenheit erinnerte, wie z.B. die Urkunde ihrer Konfirmation usw. alles wurde weggeworfen. Sie läuft vor sich selbst davon, kann es aber nicht!

Da Björn die Ehe mit allem was dazu gehörte, ganz schnell hinter sich lassen wollte und Amalie auch, bat Björn, doch bezüglich des tatsächlichen Termins der häuslichen Trennung bei der Wahrheit zu bleiben, damit man umgehend die Scheidung einreichen könne. Zum Glück für Björn blieb Amalie bei der Wahrheit, denn sonst hätte es finanziell für Björn ein ganzes Jahr mehr an Trennungsunterhalt bedeutet. Ihre Zustimmung lag sicherlich darin begründet, dass der finanzielle Gesichtspunkt noch nicht die entscheidende Rolle spielte, wie es später kommen sollte. Nur das wusste Björn zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Björn dachte, er könnte jetzt mit dem neuen Leben beginnen und alles Schlimme läge hinter ihm. Doch da sollte sich Björn täuschen. Es kamen Dinge auf ihn zu, die sein gesamtes Leben mit Amalie auf den Kopf stellen sollten. Alles, was er glaubte von Amalie zu wissen, zerbrach. Zum Schluss dieser Geschichte wusste Björn, dass er mit einer anderen Frau verheiratet gewesen war, als er geglaubt hatte.

Es begann unmittelbar nach dem Auszug von Amalie. Beide hatten vereinbart, dass auch alle vorhandenen Lebensmittel aufgeteilt werden sollten. Björn wollte nun sehen, was noch da war, um fehlende Sachen zu kaufen. So ging er in den Vorratsraum, schaute sich alles auf den Regalen und in der Tiefkühltruhe an und konnte es einfach nicht glauben. Unzählige Lebensmittel, die alle zwischen 2-4 Jahren abgelaufen waren! Björn entsorgte alles, es waren 2 große Mülleimer, randvoll. Damit man ihm das auch glaubte, bat er seine Kinder und auch seine Eltern sich dies bitte anzusehen. Es war einfach unfassbar. Und wieder fiel Björn ein, wenn er mal gesagt hat, mach doch heute Abend dieses oder jenes zu Essen, es wäre fast oder schon abgelaufen. Dies war für Amalie wieder Kritik und wurde keifend abgelehnt. Alles nach dem bekannten Motto "Aber ich will". Nachher interessierte es Björn nicht mehr. Aber jetzt, diese unglaublichen Mengen, die schockten alle. Und Björn stellte sich die Frage: Was hat Amalie denn für Lebensmittel mitgenommen? Erklärungen sind sicher überflüssig. An die eigenen Kinder wurde schon lange nicht mehr gedacht.

Björn fragte Amalie, was mit der Fußpflege der Kinder wäre. Denn sie war ja Fußpflegerin und hatte sich ja sicherlich in der Vergangenheit diesbezüglich um die Kinder gekümmert. Umso erstaunter war Björn als Amalie sagte: "Das wollten die Kinder nicht. Das haben sie immer selbst  gemacht." Hätte Björn dies gewusst, ein klärendes Gespräch wäre erfolgt und die Kinder hätten sich die Füße machen lassen. Denn zum Entsetzen von Björn hatte keines der Kinder eine Ahnung, wie man Nägel schneidet, sie wurden einfach abgerissen. Einfach super diese Fürsorge von Amalie!

Ähnliches trifft auf so banale Dinge wie die Hausschuhe zu. Amalie konnte ja zu sehr günstigen Preisen Birkenstock-Schuhe kaufen. Wer jetzt glaubt, sie hätte nach ihrem Auszug mal nachgefragt, ob ihre Kinder mal Schuhe brauchen, der hat sich getäuscht. Obwohl sie wusste, dass Björn die Schuhe bezahlen würde!

Dann flatterten Björn ständig Mahnungen von Versandhäusern wie Otto usw. ins Haus. Björn bat Amalie, dies zu klären. Es kamen aber weitere Mahnungen. Um Klarheit zu schaffen, lies sich Björn Auszüge vom gesamten letzten Jahr zusenden. Bestellungen, Rücksendungen und Zahlungen waren alle aufgelistet und somit konnte Björn sehen, was Amalie behalten hatte. Sie hatte sich sehr reichlich mit Wäsche eingedeckt, die halt nur bestimmte Leute zu sehen bekommen. Fragen? Björn sandte die Mahnungen zurück mit dem Hinweis auf die neue Adresse.

Einige Tage nach Amalies Auszug traf Björn zufällig einen älteren Mann aus seiner Wohngegend. Dieser Mann fragte Björn: "Weist du, warum ich und meine Frau nicht mehr zur Fußpflege gekommen sind?" Björn zuckte mit den Schultern. Der Mann sagte:"Weil deine Frau unaufhörlich über dich, die Kinder und deine Eltern geschimpft hat und wirklich schlecht über euch geredet hat! Und wir kennen dich und deine Eltern schon ewig und wissen, was ihr für Menschen seid. Das war nicht in Ordnung und wir wollten uns das nicht ständig anhören!" Eine Erklärung, die Björn weh tat aber all das Erlebte bestätigte.

Nach einer Eingewöhnungsphase von Björn und den Kindern begann alles sehr gut zu laufen. Und eins wusste Björn ganz genau. Er wollte es unter allen Umständen alleine schaffen und er wollte seine Ruhe haben. Er erlernte sich selbst das Kochen, die Kleidung zu waschen, zu Bügeln und alles im Haus sauber zu halten. Er kam relativ schnell damit klar. Nur die Freizeit, dass war leider zum Fremdwort geworden. In seiner Firma musste er nach wie vor seine Leistung bringen und Abends machte er Abendessen und kochte anschließend das Mittagessen für die Kinder für den nächsten Tag. Somit war sein Arbeitstag zwischen 21.00 und 22.00 Uhr beendet und er fiel halbtot ins Bett.

Fortsetzung auf der Seite "Der Rosenkrieg" (s. oben)